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Geschichte

 

 

Am 08.03 1893 hat die damalige Gemeindevertretung ein Antrag zwecks Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr in Tucheim gestellt. Aus Geldschwierigkeiten wurde der Antrag abgelehnt. So hat man in unserem Ort einen Feuerlöschdienst nach dem Statut geregelt.

 

Es wurden Männer verpflichtet, bei Bränden zum Einsatz zu erscheinen, ebenso war der Gespanndienst für den Transport der Wasserfässer geregelt. Aus diesen Wasserfässern oder Brunnen ging dann die Eimerkette bis zum Brandherd.

 

Im Jahre 1906 fasste die damalige Gemeindevertretung den Beschluss, eine moderne Handdruckspritze zu kaufen und ein Gerätehaus zubauen. Noch 18 Jahre vergingen ehe am 12.05.1911 die Freiwillige Feuerwehr Tucheim gegründet wurde. So ist daraus zu ersehen wie kurzsichtig seinerzeit die Gemeindeväter waren, einer Organisation nicht den Weg zu ebnen deren Interessen gewillt waren, sich voll und ganz in den Dienst zum Schutz ihrer Mitmenschen und der gesamten Gemeinde zu stellen. Als die Gründungskommission, bestehend aus den Herren F.Lange, M.Bessen, A.Nielebock und Fr. O.Oge von der zweiten Sitzung in Genthin heimkehrte, brachten sie berechtigte Hoffnungen mit. Die dritte Besprechung erfolgte beim Landrat. Der Kreis sicherte eine finanzielle Beihilfe zu, und die Gemeinde erklärte sich nun ebenfalls zur Unterstützung bereit!


Unter der Losung : Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr wurde am 12.05.1911 die Freiwillige Feuerwehr Tucheim gegründet. Die Gründungsversammlung erfolgte im Lokal des Mitbegründers M.Bessen. Achtzehn pflichtbereite Männer traten der Wehr bei und wählten den Kameraden F.Lange zum Wehrführer, Stellvertreter und Schriftführer wurde M.Bessen und Steigerführer wurde A.Feuerherdt. Mit Freude und Eifer ging die junge Wehr an ihre Aufgaben heran.Nachdem Uniformröcke und Helme beschafft waren, war der Exerziermeister Kamerad Bessen stolz auf seine Mannschaft! Eine gute kameradschaftliche Bindung sie ist die Grundbedingung eines reibungslosen Einsatzes! Bald wuchs die Wehr auf 32 Mitglieder, und bald auch wurde sie zum Einsatz gerufen. Im Jahre 1925 wurde ein Gerätehaus erbaut, die Feuerwehr selbst war nicht untätig, hier finanzielle Mittel beizusteuern, von Einnahmen beim Kegel und Theaterabenden. Nicht lange währte die Aufbauarbeit der jungen Wehr, denn nach 3 Jahren Bestand, mussten viele in den ersten Weltkrieg ziehen. Mit dem Ende dieses Krieges zerbrach auch das Kaiserreich und somit endete die erste Geschichte der Epoche der Wehr!


In den 14 Jahren der Weimarer Republik, konnte die Wehr eine beachtliche Tätigkeit nachweisen. Bei der Brandbekämpfung von Bränden und Katastrophen wurden erfolgreiche Ergebnisse erzielt. Die Wehr hatte sich gefestigt und zu der Gründerlosung wurde der Richtsatz der auch heute noch gilt, und der heißt : „Demnächsten helfen in der Not, ist all zeit oberstes Gebot.“

 

Diese Einstellung wurde auch im dritten Reich beibehalten, wenn gleich auch das Wirken in eine gewisse Richtung gelenkt wurde, die in den Zweiten Weltkrieg führte. In den 30er Jahren fand die motorisierte Technik in den Wehren ihre Aufnahme und somit wurde die Schlagkraft unser Wehr erhöht und eine Motorspritze am 28.02.1935 angeschafft, die aber mit dem Ende des Krieges zusammenbrach. Nicht nur das viele Angehörigen in diesem Krieg gefallen waren, es ging auch viel Technik und Ausrüstung in den Wehren der letzten Kriegszeit verloren. Nach dem der Kamerad F.Lange über Jahrzehnte die Wehr als umsichtiger und bekanntlich auch als humorvoller Leiter geführt hatte, waren bis Ende des Zweiten Weltkrieges die Kameraden A.Brauer, E. Geue, O.Wolf und G.Oge leitend oder stellvertretend in der Wehr tätig .

 


Mit viel Mut und Entschlossenheit wurde 1946 wieder versucht, eine intakte Wehr zu bilden um weiterhin die Bürger der Gemeinde vor Brände und anderen Gefahren zu schützen. Unter der Anleitung bewährter älterer Kameraden fanden sich junge Kräfte für die Mitarbeit und es gelang wieder eine starke Wehr zu schaffen. Zur Ausrüstung gehörten ferner zwei TS/8. Ein großer Mangel war das Fehlen eines Transport - Fahrzeuges. Doch unsere Freiwillige Feuerwehr hat eine stete Aufwärtsentwicklung durchgemacht. 1954 wurde ihr ein Hilfs-Zugfahrzeug ( Fabrikat Opel ) zur Verfügung gestellt. Im Laufe der Jahre zeichnete sich eine gute Entwicklung in technischer Hinsicht ab und gleichfalls herrschte in der Mannschaft ein echter Feuerwehrgeist. Die Kameraden O.Stranz, A. Zielesch und G.Gutschmidt leiteten mit viel Sachkenntnis und Erfahrung die Neuentwicklung der Wehr. Am 15. 10.1949 übernahm Kamerad O.-Brdmstr. E.Müller die Wehr und zugleich den Abschnitt mit den Wehren Paplitz, Dretzel, Gladau und Hohenseeden. Im Leistungskollektiv sind heute die Kameraden O.-Brdmstr. E.Müller, O.-Brdmstr. G.Aumann, Brdmstr. O.Wöhling, Brdmstr. H.Flügge und Löschmstr. H.Keiper tätig.

 

Am 1. Dezember 1957 erhielt sie ihr Löschfahrzeug aus dem VEB Kraftfahrzeugwerk Phänomen Zittau i. Sachen K 30, das erste das aus der Neuproduktion im Kreis Genthin kam.

 

 

Diese vierte geschichtliche Epoche unserer Wehr vom Nachkriegsanfang bis zur Wende1989 haben alle jetzigen Mitglieder mit mehr oder weniger langer Dienstzeit je nach alter tatkräftig mit gestaltet. War der Weg auch nicht immer leicht, so hat sich doch eine kameradschaftliche Festigkeit bewährt, die alle Aufgabenstellungen meisterte .Der Aufbau des Sozialismus in der Deutschen Demokratischen Republik stellte alle Brandschutzorgane vor neue große Aufgaben. Es gilt die Produktionsmittel und Produktionserfolge zu sichern und zu schützen.

 

Erwartungsgemäß ist die Aufgeschlossenheit der Einwohner dem Brandschutz gegenüber gut, weil sie erkannt haben das jeder Brandschaden einen Verlust für jeden bringt. Wie sie tagtäglich große Leistungen auf allen Gebieten unserer Wirtschaft vollbringen, sind auch die Kameraden der Feuerwehr bestrebt, sich noch mehr zu vervollkommnen, dass die geschaffenen Werte geschützt werden. Aus diesem Grunde nahmen die Kameraden E.Müller, H.Flügge, O.Wöhling, G.Aumann, H-G.Gutschmidt, K.Höpfner, O.Britzke und E.Ziemert an Lehrgänge in Heyrothsberge und Haldensleben teil. Neue Maßstäbe werden gesetzt, aber der alte Feuerwehrgeist der eingeführt von den Gründern über die alten Veteranen weitergegeben und von den jetzigen Kräften übernommen wurden, wird sich auch in Zukunft bewähren!

 


Der vorbeugende Brandschutz ist und war auch oberstes Gebot. Hier trug auch die Mitgliedschaft von Frauen bei! Einige Kameradinnen machten in den achtziger Jahren den Lehrgang organisiertes Selbststudium für Unterführer und Offiziere der örtlichen Feuerwehr mit, und so wurden sie eingesetzt im vorbeugenden Brandschutz. Die Kameradinnen Ch.Rockahr, J.Jeserick, G.Ziemert, S.Schnorrer, G.Raneberg, V. Maiwald, B.Kroll, M.Beyer, M.Böhl, und B.Ziemert führten Kontrollen in Wohnungen und Betriebe durch.

 

Folgende Kameraden nahmen auch am organisierten Selbststudium im Kreisamt Genthin teil und haben dann die Funktion als Gruppenführer übernommen H.J.Sauermilch, O.Schröder, H.Britzke, R.Rockahr und J. Ziemert .

 

Am 28.12.1982 hatte nach 25 Jahren der K 30 ausgedient. Unsere Wehr erhielt am gleichen Tag ein Löschfahrzeug LF8-TS 8 - STA der in einer würdigen Veranstaltung übergeben wurde.

 

Da auch unser LO einen guten Standort erhalten sollte verpflichteten sich die Kameraden und Kameradinnen mit Absprachen und Genehmigung der Gemeinde zwei neue Garagen in Eigeninitiative zu bauen. Das Material wurde durch die Gemeinde bereitgestellt und wir konnten als Kollektiv loslegen.

 


Am 12. Juni 1987 war es endlich soweit, in einem feierlichen Rahmen wurden die zwei neuen Garagen dann ihrer Bestimmungen übergeben!

 

Dieser Kollektivgeist wird sich auch im vereinten Deutschland fortsetzen! Nach dieser geschichtlichen Abhandlung sehen wir mit der Fahnenübergabe am 5.Dezember 1992 eine Würdigung und Ehrung aller Generationen die in freiwilliger Pflichterfüllung ihr bestes gegeben haben. Postum auch die Kameraden die aus unseren Reihen verstorben sind.

 

 

Die Gründung der Jugendfeuerwehr Tucheim durch J.Ziemert war am  20. Januar 1994. Es meldeten sich 31 Jugendliche, die mit Lust und Liebe dabei waren!

 

Die Grundsteinlegung für den Gerätehauserweiterungsbau war am 14.Oktober 1994 und Bürgermeister Otmar Fricke überreichte dem Wehrleiter G.Aumann an diesem Tag das Führungsfahrzeug (ELW), es war ein VW Passat, dass nach den neuen Bestimmungen umgerüstet wurde. Die Wehr freute sich über das Geschenk der Gemeinde Tucheim!
 

 

Die arbeiten zur Fertigstellung des neuen Feuerwehrstützpunktes gingen zügig voran. Am 19.August 1995 war es dann soweit. Mit einem symbolischen Händedruck zwischen Bürgermeister Otmar Fricke und Wehrleiter G.Aumann wurde das Feuerwehrgerätehaus an die Kameradinnen und Kameraden übergeben.

 

Als Stützpunktfeuerwehr erhielten wir am 29.September 1995 ein Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16-W50 Baujahr 1984 von der Stadt Genthin und am 24.November 1995 haben wir aus Bundesbeständen einen RW1 vom Typ MB Unimog geschenkt bekommen.
 

Vom 12. bis 14.Mai 2000 wurde in der Gemeinde Tucheim ein Festprogramm zu Ehren der Freiwilligen Feuerwehr gestaltet. Höhepunkt war die feierliche Fahnenweihe. Folgende Wehren waren unsere Gäste: Krüssau, Theeßen, Dretzel, Stresow, Parey, Grabow, Rietzel, Kade, Schopsdorf, Dörnitz, Paplitz, Wusterwitz, Reesdorf, Hohenseeden, Karow und Ziesar. Am Festprogramm beteiligten sich auch die Original Fienerländer Musikanten und der Tucheimer Chor.

 

Am 8.Februar 2001 wurden aus dem aktiven, langjährigen Dienst unser Wehrleiter G.Aumann und die Kameraden A.Ahrend, A.Menz, F.Hamann mit 50 Jahren Treue Dienste, A.Handke, E.Rockahr mit 49 Jahre Treue Dienste, H.-G.Gutschmidt mit 47 Jahre Treue Dienste, O.Schulze mit 46 Jahre Treue Dienste, A.Ziemert, E.Ziemert mit 45 Jahre Treue Dienste und O. Britzke mit 44 Jahre Treue Dienste in die Ehren-und Altersabteilung unserer Feuerwehr aufgenommen.

 

Am 10.Februar 2001 wurde der stellvertretende Wehrleiter J.Ziemert zum amtierenden Wehrleiter gewählt und zwei neue Jugendwarte wurden eingesetzt T. und L. Schlunke, der zeit zählt die Jugendfeuerwehr 10 Jungen und 3 Mädchen.
 

Von Seiten der Gemeinde wurde eine neue Tragkraftspritze ausgeschrieben. Diese vom Typ Ziegler TS 8/8-1 Ultra Power wurde am 23.Oktober 2001 übergeben.

So konnte sich auch die Jugendfeuerwehr über gesponserte T-Shirt von der Firma Holz und Bautenschutz Dietmar Schulz und Capies von der Firma Rolf Peter Kühne Bauelemente erfreuen. Im April 2002 ist T.Schlunke in eine andere Gemeinde umgezogen und H.Hartigs übernahm dann die Aufgabe als Jugendward.

 

2003 war der Höhepunkt für die Kameradinnen und Kameraden unserer Wehr ,als der Bescheid kam, sie können das neue Löschfahrzeug abholen. Es war ein Tanklöschfahrzeug ( TLF 16/25 Fahrgestell Iveco / Magirus ). Es haben sich 5 Kameraden am 16.-17. Juni 2003 auf den Weg gemacht und haben unser Fahrzeug aus Weisweil abgeholt. Es waren J.Ziemert, R.Rockahr, F.Muranka, H.Linke und J. Hartigs. Viele Kameradinnen und Kameraden haben abends mit Spannung auf unser neues Fahrzeug gewartet.

 

Im Winter 2004/05 wurde die Handdruckspritze durch 7 Kameraden wieder neu aufgearbeitet und funktionstüchtig gemacht. Sie haben 275 Stunden daran gearbeitet. Verantwortlich war J.Hartigs, geholfen haben J.Ziemert, R.Rockahr, H.Linke, T.Müller, T.Jeserick
 

Der Schlauchturm wurde neu verputzt und neu ein gedeckt. Auch eine Dachspritze sollte nicht fehlen. Diese wurde von Fam. Detlef Jeserick gesponsert.
 

In den letzten Jahren wurde von seiten der Gemeinde 3 Flachspiegelbrunnen genehmigt, und fertiggestellt, um das nötige Löschwasser bei Bränden bereit stellen zu können!

 

Am 24. Februar 2007 wurde von Seiten des Bürgermeisters und der Ratsmitglieder ein ausgedienter VW T4 Streifenwagen der Polizei gekauft und zum MTF umgebaut, er löste damit unseren ELW ab.

 

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr: 2017

  •  14 Aktive Kameraden

  •    2 Aktive Kamerdinnen

  •    3 Passive Kameraden

  •    8 Kameradinnen in der Frauenabteilung

  •  12 Kameraden in der Alters-und Ehrenabteilung

  •  14 Jugendliche im Alter von 10 - 16 Jahren in der Jugendfeuerwehr 

  •    0 Kinder im Alter von 6-10 Jahren in der Kinderfeuerwehr

 

Einsatzfahrzeugstand: 2017

  • MTF                 VW T4 Transporter TDI / Eigenausbau

  • RW 1               MB Unimog 1300 L / Lentner

  • DLK 18-12      MB 1124 / Metz

  • TLF16/25        Iveco Tector 140E24 / Magirus

  • STA

  • Logistik-Anhänger